Erlesenes aus und über Afrika:

Großfamilien-Bande – Kurzgeschichten aus dem Kongo

von Faida Tshimwanga und Joachim Oelßner

Was wissen wir über das Alltagsleben in Afrika, speziell in der Demokratischen Republik Kongo? In den Nachrichten wird informiert über Bürgerkrieg, Armut und Rohstoffe für unsere Mobiltelefone. Die alltäglichen Zwänge der Menschen kommen nicht vor.

Von Menschen im Kongo erzählt dieses Buch, mitunter tragisch, manchmal hoffnungsvoll, immer mit Empathie. Liebenden, deren Traum von einem gemeinsamen Leben an den Vorbehalten von Onkel und Tante zerbricht. Die verzweifelte Witwe, die einen Mann auf einer belebten Straße attackiert. Ein Sohn, der von seiner Mutter als Ndoki (Geist) verstoßen wurde. Der Albino, der wegen seiner hellen Haut ausgegrenzt wird. Ein Sprichwort schützt die Familie und verdammt Hilfe für Andere. Frauen berichten über Gewalt an ihnen wie an ihren Kindern. Der Vater, der sich niemals für seine Tochter einsetzte, fordert das Brautgeld. Die Familie will eine junge Frau, die mit ihrem Geliebten glücklich sein will, zu einer Ehe mit dem Bräutigam ihrer verstorbenen Schwester zwingen. Eine Frau steht vor der Entscheidung, in Armut zu leben oder die Drittfrau eines Reichen zu werden.

Diese Geschichten finden sich neben anderen im Buch „Großfamilien-Bande“. In Familien vermengen sich Traditionen und Armut zu oft schwierigen Konstellationen. Die Gemeinschaft beherrscht das Individuum. Der Weg nach Europa erscheint so nicht nur als Flucht vor Armut, sondern auch als eine Möglichkeit, überlebten Traditionen zu entkommen. Vorgestellt werden Frauen, die sich wehren – mitunter subtil und manchmal offen. Es wird gezeigt, wie sich Gesellschaft verändert.

Das Buch:

Faida Tshimwanga und Joachim Oelßner: Großfamilien-Bande, ca. 300 Seiten

Bezug über Amazon; als Taschenbuch für 12,00 € und als E-Book für 5,49 €

Weitere Informationen: www.oelssner-buch.de

Leseprobe…